Nach etlichen über das Wochenende geliehenen Motorrädern und einer 1986 gekauften Honda CB 450 S, die ich noch im gleichen Jahr zu Schrott verarbeitete (Totalschaden), entschied ich mich 1991 zum erneuten Kauf eines Motorrads. Eigentlich wollte ich eine Yamaha FZ 750, bekam aber ein gutes Angebot und entschied mich für die VFR.
Zum Zeitpunkt des Kaufs war die VFR "offen", was mich, nicht nur bei der Überführungsfahrt, an die ich mich noch heute erinnere, sehr erschreckte. Gewohnt war ich maximal 50 - 70 PS, und außerdem war ich ein Jahr nicht gefahren. Naja, so fuhr mich die VFR nach Hause, und beherrschte mich wenigstens die erste Saison komplett.
Die ersten Jahre wurde ich von einigen kleineren Unfällen (ohne Fremdeinwirkung - Toi, Toi, Toi) wie in den Graben rutschen, umkippen usw. verfolgt, dann folgte der erste große (wiederum ohne Fremdeinwirkung).
Ich wollte wissen, wie weit man sich mit der VFR in die Kurve legen kann. In einer Rechtskurve setzte der Hauptständer auf, dann der Auspuff, anschließend die ganze rechte Seite, ich rutschte dem Motorrad hinterher und konnte gut beobachten wie sie sich plötzlich aufstellte, sich einmal in der Luft um 180 Grad drehte, auf dem Heck aufschlug, sich wieder um 180 Grad drehte und in den Graben rutschte. Beim Rutschen noch wurde mir übel - Was würde das kosten - . Als ich dann mit dem rutschen über den Asphalt, bei dem ich mir die Jacke am Ellenbogen, durchscheuerte (durch den Protektor) endlich fertig war, glücklicherweise kam kein anderes Fahrzeug entgegen, lief ich sofort zu meiner VFR und beobachtete wie der Motor im Graben, unter Wasser, noch immer lief.
Unter Schock (eigentlich eher weil ich die Ersatzteilpreise kannte) stellte ich sie ab und suchte einen Bauern auf der in der Nähe seinen Hof hatte. Er holte das Motorrad ,mit dem Trecker, aus dem Graben. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!!!
Anschließend wurde es teuer. Eine neue Verkleidung, alle drei Teile, Spiegel, und das Übliche. Der Motor war noch OK. Nach dem Herausdrehen der Zündkerzen und mehrmaligem Durchdrehen des Anlassers spuckte er das Wasser des Grabens an die Garagendecke. Anschließend lief er wie vorher, und er läuft heute noch.
Dies waren meine teuersten und schmerzhaftesten Erlebnisse mit der VFR, und nach einigen Jahren als Arbeitspferd wurde sie zum Hobby. Bis heute sind mir, glücklicherweise, weitere Unfälle, Umfaller oder sonstiges erspart geblieben - Auch hier: Toi, Toi, Toi!!!
Inzwischen fahre ich, wenn ich viel fahre, noch etwa 1000 km im Jahr. Schon seit mehreren Jahren melde ich sie nicht mehr ab, da es sich nicht lohnt. Die "größte" Reparatur, ohne Fremdeinwirkung, war der Wechsel der Zylinderkopfdichtungen bei 98000 km, also vor knapp 20000 Kilometern und ca. 9 Jahren. Seit dem musste ich keine außerplanmäßigen Reparaturen vornehmen. Nur das Übliche, hier mal die Simmeringe, dort mal die Kette, aber alles nur Verschleißteile, die überdurchschnittlich lange gehalten haben. Zuletzt wechselte ich am 25.06.2003 die Gabelsimmeringe. Ich denke, wenn man den Wartungsplan einhält, kann man größere Reparaturen (ausgenommen Verschleißteile) umgehen. Wartung heißt nicht warten bis etwas defekt ist. Wenn man die VFR regelmäßig nach Wartungsplan inspiziert ist sie relativ genügsam.
Ach ja, dann kam die Idee mit der Zweiten, aber das findet Ihr hier.